
USD/CAD setzt seine Verlustserie am Dienstag fort, da der kanadische Dollar (CAD) von einem schwächeren US-Dollar (USD) und wachsenden Erwartungen einer Zinserhöhung durch die Bank of Canada (BoC) profitiert. Unterdessen bewerten Händler widersprüchliche Meldungen zu den diplomatischen Bemühungen im Nahen Osten. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung notiert USD/CAD bei rund 1,4052 und damit nahe einem Einmonatstief.

Der israelische Nachrichtensender Channel 12 News berichtete, ein vom pakistanischen Armeechef hochrangigen iranischen Vertretern unterbreiteter Vorschlag habe die Zustimmung der USA und eine vorläufige Zustimmung des Iran erhalten. Die Ölpreise gaben nach dieser Meldung zunächst nach, drehten jedoch rasch wieder nach oben, nachdem Bloomberg berichtet hatte, ein an den Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran beteiligter Diplomat habe Darstellungen zurückgewiesen, wonach eine Einigung kurz bevorstehe. Dass die Gespräche fortgesetzt würden, bestritt er jedoch nicht.
Höhere Ölpreise stützen angesichts der Stellung Kanadas als bedeutender Rohölexporteur auch den rohstoffabhängigen kanadischen Dollar etwas. Unterdessen hat Alberta, die wichtigste ölproduzierende Provinz Kanadas, eine Abspaltung vom Land abgelehnt und damit eine Quelle politischer Unsicherheit beseitigt.
Auch die Verschiebung der Zinserwartungen für die Bank of Canada (BoC) in Richtung einer restriktiveren Geldpolitik stützt die Währung. Händler rechnen inzwischen überwiegend damit, dass die BoC auf ihrer Sitzung am 28. Oktober ihre erste Zinserhöhung des Jahres vornehmen wird. Notenbankchef Tiff Macklem erklärte am Wochenende, anhaltend hohe Energiepreise würden die Zentralbank dazu veranlassen, ihre Inflationsprognosen in den anstehenden vierteljährlichen Projektionen deutlich anzuheben.
Am Montag veröffentlichte Daten zeigten, dass Kanadas jährliche Inflationsrate im September aufgrund höherer Benzinpreise auf 3,1 % gestiegen ist, den höchsten Stand seit vier Monaten. Der Wert lag unter den Markterwartungen von 3,2 %.
Die Erwartungen einer Zinserhöhung durch die BoC haben die Renditen kanadischer Anleihen steigen lassen und den Abstand zu ihren US-Pendants verringert. Höhere US-Renditen waren in den vergangenen Wochen ein wesentlicher Belastungsfaktor für den kanadischen Dollar.
Unterdessen sind die Renditen von US-Staatsanleihen von ihren Mehrjahreshochs zurückgegangen, nachdem Sorgen über KI-bezogene Investitionen Anleger in der vergangenen Woche zum Umschichten in Staatsanleihen veranlasst hatten. Dies belastet den US-Dollar. Die richtungsweisende Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen liegt bei rund 5,08 %, nach etwa 5,36 % zu Beginn dieses Monats.
Allerdings könnten Erwartungen einer weiteren Zinserhöhung der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) vor Jahresende das Abwärtspotenzial des US-Dollars und der US-Staatsanleiherenditen begrenzen. Die höher als erwartet ausgefallenen US-Inflationsdaten für September untermauern die Argumente für eine weitere Straffung der Geldpolitik, da die Währungshüter die Inflation wieder in Richtung des Notenbankziels von 2 % senken wollen.
Dennoch erwarten Händler, dass die Fed auf ihrer Sitzung am 27. und 28. Oktober nach der Erhöhung um 25 Basispunkte (Bp.) im September eine Zinspause einlegen wird. Dem CME FedWatch Tool zufolge preisen die Märkte eine Wahrscheinlichkeit von 17 % für eine Zinserhöhung in diesem Monat und von 92 % für eine Anhebung im Dezember ein.