Euro gibt nach: US-Dollar erholt sich, Sorgen um Frankreichs Verschuldung belasten

  • EUR/USD gibt frühere Gewinne ab, da sich der US-Dollar von seinem Dreiwochentief erholt.
  • Sorgen um Frankreichs Staatsfinanzen und wachsende Renditeabstände bei Anleihen belasten den Euro weiterhin.
  • Das schwache Verbrauchervertrauen im Euroraum erhöht den Druck, während Händler auf die Zinsentscheidungen von Fed und EZB warten.

EUR/USD verliert am Donnerstag 0,33 % und gibt damit frühere Gewinne ab, da sich der US-Dollar (USD) erholt, nachdem er während des asiatischen Handels auf ein Dreiwochentief gefallen war. Unterdessen belasten politische Turbulenzen in Frankreich und die Unsicherheit über die Haushaltsaussichten des Landes weiterhin den Euro (EUR). Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung notiert das Währungspaar bei rund 1,1195 und damit unter seinem Tageshoch von 1,1256.

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Anhaltende Zweifel daran, ob Frankreich seine Staatsfinanzen sanieren kann, treiben Anleger zusammen mit Straßenprotesten aus französischen Staatsanleihen. Dadurch steigt die Rendite der als Referenz dienenden zehnjährigen Anleihe erstmals seit 2002 über 5 %, und ihr Abstand zur Rendite deutscher Staatsanleihen weitet sich aus.

Die Strategen von Brown Brothers Harriman weisen darauf hin, dass sich die Sorgen um Frankreichs Staatsfinanzen zunehmend an den Anleihemärkten widerspiegeln: Der „Renditeaufschlag zehnjähriger französischer Staatsanleihen gegenüber deutschen Bundesanleihen … ist seit Ende Februar um mehr als 100 Basispunkte auf 175 Basispunkte gestiegen und nähert sich damit seinem Rekordhoch von rund 190 Basispunkten aus dem Jahr 2011“. Falls „Italiens Haushaltskrise von 2018 als Anhaltspunkt dient“, könne sich der Abstand ihrer Einschätzung nach „auf etwa 250 Basispunkte ausweiten und EUR/USD auf 1,1000 drücken“.

Mit Blick auf die längerfristigen Aussichten erklärt BBH, dass „Frankreichs Präsidentschaftswahl 2027 einen ähnlichen Wendepunkt bieten könnte, allerdings nur dann, wenn daraus eine Regierung hervorgeht, die einen glaubwürdigen Defizitabbau umsetzen kann“. Bis es zu einem solchen Wandel komme, warnen die Strategen, blieben „die Renditeaufschläge französischer Staatsanleihen anfällig für eine weitere Ausweitung, was EUR/USD unter Druck hält“.

Zusätzlich belastet wird der Euro durch vorläufige Daten, denen zufolge sich das Verbrauchervertrauen im Euroraum im Oktober auf -17,9 verschlechtert hat. Damit lag es unter den Erwartungen von -17 und dem Vormonatswert von -16,5.

Jenseits des Atlantiks erholt sich der US-Dollar, obwohl die Renditen von US-Staatsanleihen ihre Korrektur von mehrjährigen Höchstständen fortsetzen. Grund dafür ist die gestiegene Nachfrage nach Staatsanleihen, während Sorgen über KI-bezogene Investitionen die globalen Aktienmärkte belasten. Die Rendite der als Referenz dienenden zehnjährigen US-Staatsanleihe liegt bei rund 5,06 %, nachdem sie Anfang dieses Monats einen Höchststand von 5,36 % erreicht hatte.

Der US-Dollar-Index (DXY), der den Wert des US-Dollars gegenüber einem Korb aus sechs wichtigen Währungen abbildet, notiert bei rund 101,85, nachdem er im Tagesverlauf ein Tief von 101,45 erreicht hatte.

In der Geldpolitik rechnen Händler überwiegend damit, dass sowohl die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) als auch die Europäische Zentralbank (EZB) die Zinsen auf ihren Sitzungen im Oktober unverändert lassen werden. Allerdings bestehen weiterhin Erwartungen weiterer Zinserhöhungen bis zum Jahresende, da energiebedingte Inflationsrisiken im Zusammenhang mit den Spannungen im Nahen Osten die Inflation über den jeweiligen Zielwerten beider Zentralbanken von 2 % halten könnten.

Die Ölpreise sind auf Fünfwochenhochs gestiegen, nachdem Berichte bekannt geworden waren, wonach die USA und Israel nach den US-Zwischenwahlen erneute Angriffe auf den Iran erwägen. Gleichzeitig erhöhen die anhaltenden Huthi-Angriffe in Saudi-Arabien die Versorgungsrisiken in der gesamten Golfregion.

Euro-Kursentwicklung heute

Die folgende Tabelle zeigt die heutige prozentuale Veränderung des Euro (EUR) gegenüber den aufgeführten wichtigen Währungen. Am stärksten entwickelte sich der Euro gegenüber dem neuseeländischen Dollar.

USD EUR GBP JPY CAD AUD NZD CHF
USD 0,33 % 0,27 % -0,63 % -0,11 % 0,29 % 0,54 % -0,06 %
EUR -0,33 % -0,08 % -0,99 % -0,47 % -0,05 % 0,21 % -0,42 %
GBP -0,27 % 0,08 % -0,90 % -0,41 % 0,02 % 0,27 % -0,33 %
JPY 0,63 % 0,99 % 0,90 % 0,50 % 0,91 % 1,13 % 0,55 %
CAD 0,11 % 0,47 % 0,41 % -0,50 % 0,41 % 0,67 % 0,06 %
AUD -0,29 % 0,05 % -0,02 % -0,91 % -0,41 % 0,23 % -0,34 %
NZD -0,54 % -0,21 % -0,27 % -1,13 % -0,67 % -0,23 % -0,56 %
CHF 0,06 % 0,42 % 0,33 % -0,55 % -0,06 % 0,34 % 0,56 %

Die Farbmatrix zeigt die prozentualen Veränderungen wichtiger Währungen gegeneinander. Die Basiswährung wird aus der linken Spalte ausgewählt, die Kurswährung aus der obersten Zeile. Wenn Sie beispielsweise in der linken Spalte den Euro auswählen und der Zeile waagerecht bis zum US-Dollar folgen, zeigt die entsprechende Zelle die prozentuale Veränderung von EUR (Basiswährung)/USD (Kurswährung).