
USD/CAD setzt seine Verlustserie den siebten Tag in Folge fort und notiert am Freitag während des asiatischen Handels bei rund 1,4000. Das Währungspaar hat nachgegeben, da der US-Dollar (USD) angesichts wachsender Zweifel an der Nachhaltigkeit der KI-Rally unter Druck steht. Das Anlegervertrauen hat nachgelassen, nachdem die Quartalsberichte mehrerer Technologiekonzerne mit besonders hoher Marktkapitalisierung die Erwartungen verfehlt hatten.

Unterdessen hat der eskalierende geopolitische Konflikt im Nahen Osten die Risikoaversion am gesamten Markt verstärkt. Berichte, wonach die USA und Israel nach den bevorstehenden Zwischenwahlen weitere Militärschläge gegen den Iran vorbereiten, haben die Nachfrage nach sicheren Häfen erhöht. Davon profitieren sowohl der japanische Yen als auch der Schweizer Franken gegenüber dem US-Dollar.
Vertreter der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) haben unterdessen signalisiert, dass sie kaum Eile sehen, die geldpolitische Straffung zu beschleunigen. Fed-Chef Kevin Warsh äußerte sich kürzlich optimistisch über die grundlegende Stärke der US-Wirtschaft, ließ jedoch offen, ob weitere Zinserhöhungen erforderlich sein würden. Trotz dieser zurückhaltenden Signale preisen Marktteilnehmer laut dem CME FedWatch Tool derzeit eine Wahrscheinlichkeit von 92,8 % für eine Zinserhöhung auf der bevorstehenden geldpolitischen Sitzung am 27.–28. Oktober ein.
Das Währungspaar USD/CAD gibt nach, da der rohstoffabhängige kanadische Dollar (CAD) von höheren Ölpreisen gestützt wird. Der WTI-Preis bleibt in der Nähe seines höchsten Stands seit fünf Wochen, angetrieben von eskalierenden geopolitischen Spannungen und Angebotsrisiken im Nahen Osten.
Die vom Iran unterstützten Huthi-Milizen im Jemen haben sich kürzlich zu Angriffen auf den saudi-arabischen Hafen Yanbu am Roten Meer sowie zu tödlichen Angriffen auf ein Ölfeld und einen Flughafen im weltweit größten Rohölexportland bekannt.
Für zusätzliche Besorgnis sorgen Berichte, wonach die Streitkräfte der USA und Israels Pläne für mögliche erneute Angriffe auf den Iran nach den Zwischenwahlen im kommenden Monat ausgearbeitet haben. Dabei dürfte die iranische Energieinfrastruktur ein zentrales Ziel sein. In Europa hat die Ukraine unterdessen ihre Angriffe auf russische Ölraffinerien vor dem Hintergrund eines Abkommens zwischen den USA und Russland über Diesellieferungen verstärkt.
Zu den wichtigsten Einflussfaktoren für den kanadischen Dollar (CAD) zählen das von der Bank of Canada (BoC) festgelegte Zinsniveau, der Preis für Öl als wichtigstes Exportgut Kanadas, die Verfassung der kanadischen Wirtschaft, die Inflation und die Handelsbilanz, also die Differenz zwischen dem Wert der kanadischen Exporte und Importe. Hinzu kommt die Marktstimmung: Investieren Anleger verstärkt in risikoreichere Anlagen (Risk-on) oder suchen sie sichere Häfen (Risk-off)? Eine erhöhte Risikobereitschaft wirkt sich positiv auf den CAD aus. Da die USA Kanadas größter Handelspartner sind, ist auch die Verfassung der US-Wirtschaft ein wesentlicher Einflussfaktor für den kanadischen Dollar.
Die Bank of Canada (BoC) hat erheblichen Einfluss auf den kanadischen Dollar, indem sie das Zinsniveau festlegt, zu dem sich Banken untereinander Geld leihen können. Dies beeinflusst das allgemeine Zinsniveau. Das Hauptziel der BoC besteht darin, die Inflation durch Zinserhöhungen oder -senkungen bei 1–3 % zu halten. Vergleichsweise höhere Zinsen wirken sich tendenziell positiv auf den CAD aus. Die Bank of Canada kann die Kreditbedingungen auch durch quantitative Lockerung und Straffung beeinflussen. Erstere wirkt sich negativ, Letztere positiv auf den CAD aus.
Der Ölpreis ist ein wesentlicher Einflussfaktor für den Wert des kanadischen Dollars. Erdöl ist Kanadas wichtigstes Exportgut, weshalb sich der Ölpreis in der Regel unmittelbar auf den Wert des CAD auswirkt. Steigt der Ölpreis, legt üblicherweise auch der CAD zu, da die Gesamtnachfrage nach der Währung steigt. Bei fallenden Ölpreisen gilt das Gegenteil. Höhere Ölpreise erhöhen zudem tendenziell die Wahrscheinlichkeit eines Handelsbilanzüberschusses, was den CAD ebenfalls stützt.
Traditionell galt Inflation als negativer Faktor für eine Währung, da sie den Geldwert mindert. Seit der Lockerung grenzüberschreitender Kapitalverkehrskontrollen ist in der heutigen Zeit jedoch tatsächlich das Gegenteil zu beobachten. Eine höhere Inflation veranlasst Zentralbanken tendenziell zu Zinserhöhungen. Dies zieht verstärkt Kapital von internationalen Anlegern an, die nach einer lukrativen Anlagemöglichkeit suchen. Dadurch steigt die Nachfrage nach der Landeswährung, im Falle Kanadas also nach dem kanadischen Dollar.
Veröffentlichte makroökonomische Daten geben Aufschluss über die Verfassung der Wirtschaft und können den kanadischen Dollar beeinflussen. Indikatoren wie das BIP, die Einkaufsmanagerindizes für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor, Beschäftigungsdaten sowie Umfragen zur Verbraucherstimmung können die Kursrichtung des CAD bestimmen. Eine starke Wirtschaft ist gut für den kanadischen Dollar. Sie zieht nicht nur mehr ausländische Investitionen an, sondern kann die Bank of Canada auch zu Zinserhöhungen veranlassen, was die Währung stärkt. Fallen die Wirtschaftsdaten hingegen schwach aus, dürfte der CAD nachgeben.