Das Wichtigste im Überblick
- Ein Orderblock ist die letzte gegenläufige Kerze vor einer impulsiven Bewegung und markiert eine Zone, in der institutionelle Trader vermutlich große Orders platziert haben.
- Ein bullischer Orderblock ist die letzte bärische Kerze vor einer impulsiven Aufwärtsbewegung; ein bärischer Orderblock ist das spiegelbildliche Gegenstück.
- Trader markieren einen Orderblock vom Hoch bis zum Tief der Kerze, einschließlich der Dochte, und warten dann darauf, dass der Kurs den Orderblock erneut testet.
- Ein gültiger Orderblock geht in der Regel einem Strukturbruch (Break of Structure, BOS) voraus, hinterlässt häufig eine Fair Value Gap (FVG) und wurde noch nicht erneut getestet.
- Trader betrachten einen Orderblock in der Regel als ungültig, sobald eine Kerze jenseits seiner gegenüberliegenden Begrenzung schließt, wobei sich die Details je nach Tool und Lehransatz unterscheiden.
- Orderblöcke auf höheren Zeitebenen gelten im Allgemeinen als zuverlässiger, da 4-Stunden-, Tages- und Wochencharts größere Bewegungen mit weniger Marktrauschen zeigen.
- Trader eröffnen einen Trade auf Basis eines Orderblocks erst nach dem erneuten Test und einem Bestätigungssignal und platzieren den Stop-Loss knapp außerhalb des Orderblocks.
- Orderblöcke sagen den Kursverlauf nicht voraus, und viele halten nicht stand, denn ihre Markierung ist subjektiv und im Rückblick wesentlich einfacher als in einem Live-Chart.
Was ist ein Orderblock?
Ein Orderblock ist eine Kurszone im Chart, die durch die letzte gegenläufige Kerze vor einer impulsiven Bewegung markiert wird. Dahinter steht die Vorstellung, dass institutionelle Trader dort große Kauf- oder Verkaufsorders platziert haben. Trader beobachten einen Orderblock, weil der Kurs bei einer Rückkehr in diese Zone reagieren könnte.

Eine impulsive Bewegung ist eine schnelle, starke Folge von Kerzen in eine Richtung, die deutlich größer ausfallen als die umliegenden Kerzen. Institutionelle Trader sind Banken, Fonds und andere Unternehmen, die mit sehr großen Volumina handeln, die ausreichen, um die Kurse allein durch ihre eigenen Transaktionen zu bewegen.
Der Orderblock ist ein zentrales Instrument der Smart Money Concepts (SMC), einer Methode der Chartanalyse, mit der Trader versuchen, mögliche Aktivitäten institutioneller Marktteilnehmer nachzuvollziehen. Bekannt gemacht wurde das Orderblock-Konzept von Michael J. Huddleston, der als Inner Circle Trader (ICT) bekannt ist. Alle Aussagen über institutionelle Trader im Rahmen von SMC bleiben Annahmen, da niemand außerhalb
dieser Unternehmen deren Orders einsehen kann.
Es gibt zwei Arten von Orderblöcken: bullische und bärische. Welche Art vorliegt, hängt von der Richtung der impulsiven Bewegung ab. Bevor wir die beiden Arten betrachten, stellt sich zunächst die grundlegendere Frage, warum institutionelle Trader überhaupt eine Zone wie einen Orderblock im Chart hinterlassen sollten.
Warum entstehen Orderblöcke?
Der zugrunde liegenden Vorstellung zufolge entstehen Orderblöcke, weil institutionelle Trader große Positionen schrittweise aufbauen. Der noch nicht ausgeführte Teil dieser Orders könnte bei einer Rückkehr des Kurses eine Reaktion auslösen. Ein Fonds, der eine sehr große Menge kaufen möchte, kann im institutionellen Handel nicht einfach eine einzige riesige Order platzieren, ohne seine Nachfrage offenzulegen und dadurch den Preis für den restlichen Kaufauftrag nach oben zu treiben. Die Annahme lautet daher, dass der Fonds über mehrere Kerzen hinweg in kleineren Teilmengen kauft.
- Der Positionsaufbau erfolgt über mehrere Kerzen hinweg, während institutionelle Trader eine große Order innerhalb einer engen Handelsspanne in Teilmengen ausführen.
- Die impulsive Bewegung beginnt, sobald ein ausreichend großer Teil der Order ausgeführt wurde, und der Kurs verlässt den Bereich schnell.
- Der erneute Test erfolgt, wenn der Kurs später in den Bereich zurückkehrt. Der Annahme zufolge warten dort noch nicht ausgeführte Orders, die den Kurs erneut aus der Zone treiben könnten.
Ein Orderblock entsteht, wenn eine bedeutende Kauf- oder Verkaufsorder in kleineren Teilmengen ausgeführt wird und eine Zone hinterlässt, in der der Kurs bei einer Rückkehr reagieren könnte.
In einem normalen Kerzenchart sind diese Orders nicht sichtbar. Daher bleibt die Erklärung des schrittweisen Positionsaufbaus eine Theorie, mit der Trader zu erklären versuchen, warum Orderblöcke funktionieren könnten. Die Richtung der impulsiven Bewegung nach dem Positionsaufbau entscheidet darüber, ob ein Orderblock bullisch oder bärisch ist.
Arten von Orderblöcken: bullische und bärische Orderblöcke
Es gibt zwei Arten von Orderblöcken, die nach der Richtung der anschließenden impulsiven Bewegung benannt werden. Ein bullischer Orderblock geht einer impulsiven Aufwärtsbewegung voraus, ein bärischer Orderblock einer impulsiven Abwärtsbewegung. Für beide Arten gelten spiegelbildlich dieselben Regeln.
| Merkmal | Bullischer Orderblock | Bärischer Orderblock |
|---|---|---|
| Bildende Kerze | Letzte bärische Kerze vor einer impulsiven Aufwärtsbewegung | Letzte bullische Kerze vor einer impulsiven Abwärtsbewegung |
| Anschließende Bewegung | Impulsive Aufwärtsbewegung, die ein vorheriges Hoch durchbricht (BOS) | Impulsive Abwärtsbewegung, die ein vorheriges Tief durchbricht (BOS) |
| Einordnung der Zone durch Trader | Nachfragezone, mögliche Unterstützung | Angebotszone, möglicher Widerstand |
| Worauf Trader beim erneuten Test achten | Anzeichen für ein Eingreifen der Käufer (Zurückweisungskerze) | Anzeichen für ein Eingreifen der Verkäufer (Zurückweisungskerze) |
| Übliche Stop-Loss-Platzierung | Knapp unterhalb des Zonentiefs | Knapp oberhalb des Zonenhochs |
| In der Regel ungültig, wenn | eine Kerze unterhalb des Zonentiefs schließt | eine Kerze oberhalb des Zonenhochs schließt |

Jede Art hat ihre eigene charakteristische Kerze und ihre eigene Funktion, wenn der Kurs sie erneut testet.
Bullischer Orderblock
Ein bullischer Orderblock ist die letzte bärische Kerze vor einer impulsiven Aufwärtsbewegung. Trader bezeichnen sie häufig als die letzte gegenläufige Kerze vor dieser starken Bewegung. Eine bärische Kerze schließt unter ihrem Eröffnungskurs. Trader betrachten einen bullischen Orderblock als Nachfragezone, also als einen Bereich, in dem Käufer aktiv werden könnten. Bei einem erneuten Test kann ein bullischer Orderblock daher als mögliche Unterstützung dienen und wird häufig als eines der nahe gelegenen Unterstützungs- und Widerstandsniveaus im Chart beobachtet.
- Die letzte bärische Kerze vor der impulsiven Aufwärtsbewegung bildet den bullischen Orderblock.
- Die impulsive Aufwärtsbewegung nach dieser Kerze durchbricht ein vorheriges Hoch. Trader deuten dies als Zeichen dafür, dass die Käufer die Kontrolle übernehmen.
- Trader suchen nach Kauf-Setups, wenn der Kurs den bullischen Orderblock in einem Aufwärtstrend erneut testet.
Um einen bullischen Orderblock einzuzeichnen, markieren Sie ein Rechteck vom Hoch bis zum Tief dieser letzten bärischen Kerze, einschließlich der Dochte, und verlängern es im Chart nach rechts.
Bärischer Orderblock
Ein bärischer Orderblock ist die letzte bullische Kerze vor einer impulsiven Abwärtsbewegung. Institutionelle Marktteilnehmer könnten in dieser Zone zu einem höheren Kurs verkauft haben, bevor die Abwärtsbewegung einsetzt. Eine bullische Kerze schließt über ihrem Eröffnungskurs. Trader betrachten einen bärischen Orderblock als Angebotszone, also als einen Bereich, in dem Verkäufer aktiv werden könnten. Ein bärischer Orderblock kann daher als möglicher Widerstand und als eines der Widerstandsniveaus im Chart dienen, an denen bei einem erneuten Test wieder Verkaufsdruck entstehen könnte.
- Die letzte bullische Kerze vor der impulsiven Abwärtsbewegung bildet den bärischen Orderblock.
- Die impulsive Abwärtsbewegung nach dieser Kerze durchbricht ein vorheriges Tief. Trader deuten dies als Zeichen dafür, dass die Verkäufer die Kontrolle übernehmen.
- Trader suchen nach Verkaufs-Setups, wenn der Kurs den bärischen Orderblock in einem Abwärtstrend erneut testet.
Ein bärischer Orderblock wird auf dieselbe Weise eingezeichnet: mit einem Rechteck vom Hoch bis zum Tief der letzten bullischen Kerze. Nachdem beide Arten geklärt sind, geht es im nächsten Schritt darum, einen Orderblock in einem echten Chart zu erkennen.
So erkennen Sie einen Orderblock im Chart
Um einen Orderblock zu identifizieren, suchen Sie im Kursverlauf nach einer impulsiven Bewegung, die einen Strukturbruch auslöst und die Marktstruktur verändert. Markieren Sie die letzte gegenläufige Kerze vor dieser Bewegung vom Hoch bis zum Tief und warten Sie auf die Rückkehr des Kurses.
- Suchen Sie nach einer impulsiven Bewegung, die ein vorheriges Hoch oder Tief durchbricht. Trader bezeichnen dies als Strukturbruch (Break of Structure, BOS): Der Kurs überwindet ein jüngstes Swing-Hoch oder Swing-Tief.
- Identifizieren Sie Orderblöcke, indem Sie nach der letzten gegenläufigen Kerze vor der impulsiven Bewegung suchen. Das ist die letzte bärische Kerze vor einer Aufwärtsbewegung beziehungsweise die letzte bullische Kerze vor einer Abwärtsbewegung.
- Markieren Sie ein Rechteck vom Hoch bis zum Tief dieser Kerze, einschließlich der Dochte, damit der Orderblock die gesamte Spanne abdeckt, in der Orders liegen könnten.
- Warten Sie darauf, dass der Kurs den Orderblock erneut testet, also in das Rechteck zurückkehrt, und beobachten Sie, wie er innerhalb dieser Zone reagiert.
Nicht jede rote oder grüne Kerze kommt infrage. Trader suchen nach einem klaren Strukturbruch, nicht nur nach einem Docht, der kurz über ein Niveau hinausreicht.

Nicht jede letzte gegenläufige Kerze ergibt einen brauchbaren Orderblock. Charts enthalten zahlreiche kleine Bewegungen, und fast jede Kerze kann wie ein Orderblock aussehen, sobald die anschließende Bewegung abgeschlossen ist.
Zwei Trader können im selben Chart auch leicht unterschiedliche Kerzen markieren, insbesondere wenn sich am Wendepunkt mehrere kleine Kerzen befinden. Das Markieren von Orderblöcken ist daher subjektiv. Klare Regeln verringern diesen Interpretationsspielraum und bestimmen, welche Orderblöcke eine Beobachtung wert sind.
Was macht einen Orderblock gültig?
Ein gültiger Orderblock ist in der Regel aussagekräftiger, wenn die impulsive Bewegung klare Strukturbrüche auslöst, häufig eine Fair Value Gap hinterlässt und zum übergeordneten Marktumfeld passt. Trader prüfen jeden Orderblock anhand einer kurzen Checkliste, bevor sie sich darauf verlassen.
- Auf den Orderblock folgt ein BOS: Die impulsive Bewegung durchbricht ein bedeutendes Swing-Hoch oder Swing-Tief eindeutig, statt nur kurz darüber oder darunter hinauszureichen.
- Innerhalb der impulsiven Bewegung entsteht eine Fair Value Gap (FVG). Dabei handelt es sich um eine Lücke, bei der die Bewegung so schnell verlief, dass sich die erste und die dritte von drei Kerzen nicht überschneiden.
- Ein Liquiditätssweep findet unmittelbar vor der impulsiven Bewegung statt. Das bedeutet, dass der Kurs ein nahe gelegenes Hoch oder Tief, an dem häufig viele Stop-Loss-Orders liegen, kurz über- beziehungsweise unterschreitet und anschließend dreht.
- Ein noch nicht erneut getesteter Orderblock (unmitigated order block) wurde seit der impulsiven Bewegung nicht wieder angelaufen. Dahinter steht die Annahme, dass dort noch mehr nicht ausgeführte Orders liegen.
- Der Orderblock stimmt mit dem Trend auf der höheren Zeitebene überein: Ein bullischer Orderblock liegt also in einem Aufwärtstrend, ein bärischer Orderblock in einem Abwärtstrend.
Schwache Orderblöcke führen zu keinem bedeutenden BOS und halten einem erneuten Test mit höherer Wahrscheinlichkeit nicht stand.
Einige Trader achten während der impulsiven Bewegung außerdem auf ein höheres Handelsvolumen als Anzeichen dafür, dass mehr Orders hinter der Bewegung gestanden haben könnten.

Trader betrachten einen Orderblock in der Regel als ungültig, sobald eine Kerze jenseits seiner gegenüberliegenden Begrenzung schließt. Gemeint ist damit ein Schlusskurs unterhalb des Tiefs eines bullischen Orderblocks beziehungsweise oberhalb des Hochs eines bärischen Orderblocks. Tools und Trader unterscheiden sich in den Details, etwa darin, ob bereits ein Docht jenseits dieser Begrenzung zählt oder erst ein Kerzenschluss außerhalb der Zone.
Befinden sich mehrere Orderblöcke in einem Chart, bevorzugen Trader in der Regel denjenigen, der die meisten Punkte der Checkliste erfüllt. Die Aussagekraft eines Orderblocks hängt auch davon ab, auf welcher Zeitebene er entsteht.
Welche Zeitebene eignet sich am besten für Orderblöcke?
Orderblöcke lassen sich auf jeder Zeitebene markieren. Höhere Zeitebenen wie 4-Stunden-, Tages- und Wochencharts gelten jedoch im Allgemeinen als zuverlässiger. Kerzen auf höheren Zeitebenen benötigen mehr Zeit zur Ausbildung und erfassen größere Bewegungen. Deshalb enthalten Orderblöcke auf höheren Zeitebenen weniger zufälliges Marktrauschen als Orderblöcke in einem 1-Minuten- oder 5-Minuten-Chart.
Viele Trader markieren den Orderblock auf einer höheren Zeitebene und wechseln anschließend auf eine niedrigere Zeitebene, um nach einem Einstieg zu suchen. Die niedrigere Zeitebene zeigt mehr Details innerhalb des Orderblocks. Das kann helfen, einen präziseren Einstieg und einen engeren Stop-Loss zu finden. Die Kombinationen in der Tabelle entsprechen der gängigen Praxis unter Tradern und werden jeweils an den eigenen Zeitplan angepasst.
| Trading-Stil | Zeitebene zum Markieren des Orderblocks | Zeitebene für die Einstiegssuche |
|---|---|---|
| Swing-Trading | Tages- oder 4-Stunden-Chart | 1-Stunden-Chart |
| Daytrading | 4-Stunden- oder 1-Stunden-Chart | 15-Minuten- oder 5-Minuten-Chart |
| Scalping | 15-Minuten- oder 5-Minuten-Chart | 1-Minuten-Chart |
Sobald ein gültiger Orderblock auf der passenden Zeitebene vorliegt, folgt als nächster Schritt die Planung des eigentlichen Trades.
So handeln Sie mit einem Orderblock
Trader nutzen einen Orderblock als Teil einer umfassenderen Trading-Strategie. Viele setzen ihn sowohl im Devisenhandel als auch an anderen Märkten ein: Sie warten auf einen erneuten Test der Zone, suchen nach einer Bestätigung für einen Trade in Trendrichtung und steigen dann mit einem Stop-Loss außerhalb der Zone ein. Für sich genommen ist ein Orderblock lediglich eine Zone, die beobachtet werden sollte. Ein Einstiegssignal entsteht erst, wenn der Kurs innerhalb der Zone reagiert.
- Prüfen Sie zunächst den Trend auf der höheren Zeitebene und berücksichtigen Sie in einem Aufwärtstrend nur bullische Orderblöcke beziehungsweise in einem Abwärtstrend nur bärische Orderblöcke.
- Markieren Sie einen gültigen Orderblock, der die Kriterien der Checkliste erfüllt, auf der Zeitebene, die zu Ihrem Trading-Stil passt.
- Warten Sie auf den erneuten Test. Lassen Sie den Kurs also zunächst in den Orderblock zurückkehren, bevor Sie handeln.
- Warten Sie innerhalb des Orderblocks auf eine Bestätigung, etwa eine Zurückweisungskerze oder einen Change of Character (CHoCH) auf einer niedrigeren Zeitebene.
- Eröffnen Sie den Trade und legen Sie sofort Stop-Loss und Kursziel fest. Nutzen Sie die Zone, um Ein- und Ausstiegspunkte zu bestimmen, bevor sich der Kurs weiterbewegen kann.

Eine Zurückweisungskerze ist eine Kerze mit einem langen Docht, die zeigt, dass der Kurs vom Orderblock zurückgedrängt wurde. Ein CHoCH ist das erste Anzeichen dafür, dass sich der Trend auf der niedrigeren Zeitebene umgekehrt hat. Ein Beispiel ist der Durchbruch über ein jüngstes tieferes Hoch innerhalb eines bullischen Orderblocks.
Wer auf eine Bestätigung verzichtet, setzt den Trade dem Risiko aus, dass der Kurs den Orderblock ohne Reaktion durchläuft, was häufig vorkommt. Manche Orderblöcke werden überhaupt nicht erneut getestet. Diese Setups lassen Sie einfach aus.
Der letzte Schritt, die Festlegung von Stop-Loss und Kursziel, bestimmt, wie viel ein Trade verlieren kann und welchen Gewinn er anstrebt.
Stop-Loss und Kursziel für einen Orderblock-Trade
Die meisten Trader platzieren den Stop-Loss knapp außerhalb des Orderblocks: unterhalb eines bullischen beziehungsweise oberhalb eines bärischen Orderblocks. Schließt eine Kerze jenseits der gegenüberliegenden Begrenzung, ist die dem Orderblock zugrunde liegende Handelsidee gescheitert. Es gibt dann keinen Grund mehr, im Trade zu bleiben. Einige Trader lassen etwas zusätzlichen Abstand zur Begrenzung, da Dochte häufig kurz über einen Orderblock hinausreichen, bevor der Kurs dreht. Gutes Risikomanagement ist genauso wichtig wie das Setup selbst. Dazu gehören die angemessene Positionsgröße und die Bereitschaft, eingeplante Verluste zu akzeptieren.
Als Kursziel wählen Trader häufig das nächste Swing-Hoch oder Swing-Tief oder orientieren sich an einem vorab festgelegten Risiko-Ertrags-Verhältnis. Das Risiko-Ertrags-Verhältnis vergleicht das Risiko eines Trades mit dem angestrebten Gewinn. Viele Anleitungen zu Orderblöcken verwenden ein Verhältnis von 1 zu 2 als gängiges Beispiel: Dabei wird 1 US-Dollar riskiert, um 2 US-Dollar Gewinn anzustreben. Jeder Trader legt jedoch sein eigenes Verhältnis fest.
Bemessen Sie jeden Trade so, dass Sie sich den Verlust bei Auslösung des Stop-Loss leisten können. Werden alle diese Schritte in einem Chart dargestellt, wird deutlich, wie ein Orderblock-Trade aufgebaut ist. Üben Sie auf einem Demokonto, bevor Sie echtes Geld riskieren.
Beispiel für einen Orderblock-Trade
Ein beispielhafter Orderblock-Trade in einem einfachen Chart zeigt alle Schritte im Zusammenhang. Der Chart dient lediglich als vereinfachtes Anschauungsbeispiel und enthält daher weder ein reales Handelsinstrument noch tatsächliche Kurse, Daten oder Ergebnisse. Nichts davon hat an einem realen Markt stattgefunden.

- Auf der höheren Zeitebene liegt ein Aufwärtstrend vor, wobei der Kurs im Tageschart höhere Hochs und höhere Tiefs bildet.
- Eine impulsive Aufwärtsbewegung durchbricht das letzte Swing-Hoch. Dadurch entsteht ein BOS, und innerhalb der Bewegung bleibt eine FVG zurück.
- Die letzte bärische Kerze vor der impulsiven Bewegung wird zum bullischen Orderblock. Der Trader markiert sie mit einem Rechteck vom Hoch bis zum Tief, einschließlich der Dochte.
- Der Kurs testet den bullischen Orderblock erneut, indem er einige Tage später in die Orderblock-Zone zurückkehrt. Vor dem Einstieg beobachtet der Trader das Kursverhalten innerhalb des Rechtecks.
- Innerhalb des bullischen Orderblocks bildet sich eine Zurückweisungskerze mit einem langen unteren Docht und einem Schlusskurs nahe dem Kerzenhoch. Dies gilt als Bestätigung.
- Der Trader steigt zum Schlusskurs der Zurückweisungskerze ein, platziert den Stop-Loss etwas unterhalb des Orderblock-Tiefs und legt das Kursziel am jüngsten Swing-Hoch fest.
Dieselben Schritte gelten auch in einem Live-Chart, doch ein reales Setup kann in jeder Phase scheitern. Schließt der Kurs beim erneuten Test unterhalb des Orderblock-Tiefs, beendet der Stop-Loss den Trade mit einem eingeplanten Verlust. Ein gescheiterter erneuter Test kann bedeuten, dass die erwartete Marktumkehr ausbleibt.
Orderblöcke ähneln außerdem anderen Zonen im Chart, was bei vielen Einsteigern zu Verwirrung führt.
Orderblöcke im Vergleich zu ähnlichen Trading-Konzepten
Orderblöcke ähneln mehreren anderen Instrumenten der Chartanalyse, was viele Einsteiger verwirrt. Die Tabelle vergleicht den Orderblock mit den beiden Konzepten, mit denen er am häufigsten verwechselt wird: Angebots- und Nachfragezonen sowie Unterstützung und Widerstand.
| Merkmal | Orderblock | Angebots- und Nachfragezone | Unterstützung und Widerstand |
|---|---|---|---|
| Was markiert wird | Die letzte gegenläufige Kerze vor einer impulsiven Bewegung | Eine breitere Basis, häufig aus mehreren Kerzen, vor einer starken Bewegung | Ein Kursniveau, an dem der Kurs zuvor gedreht hat |
| Breite | Eng, eine Kerze | Breitere Zone | Eine Linie oder ein schmales Band |
| Zugrunde liegende Idee | Institutionelle Orders (eine Theorie) | Ein Ungleichgewicht zwischen Käufern und Verkäufern | Wiederholte Reaktionen, die viele Trader beobachten |
| Was die Aussagekraft erhöht | BOS, FVG, noch kein erneuter Test, Trend | Eine starke Bewegung weg von der Basis | Mehr Berührungen im Zeitverlauf |
| Stop-Loss-Abstand | In der Regel kleiner | In der Regel größer | Abhängig vom Niveau |
Orderblock im Vergleich zu Unterstützung und Widerstand
Unterstützung und Widerstand ergeben sich aus Kursniveaus, an denen der Kurs mehrmals gedreht hat. Ein Orderblock hingegen geht auf eine bestimmte Kerze vor einer impulsiven Bewegung zurück. Eine Unterstützung ist ein Niveau, an dem ein fallender Kurs zuvor zum Stillstand kam und wieder stieg. Ein Widerstand ist ein Niveau, an dem ein steigender Kurs zuvor zum Stillstand kam und wieder fiel.
Unterstützung und Widerstand gewinnen mit jeder Berührung an Bedeutung, da mehr Trader das Niveau bemerken und in dessen Umfeld Orders platzieren. Ein Orderblock kann bereits nach einmaliger Ausbildung relevant sein, da das Konzept auf institutionellen Orders beruht, die nach einer einzigen impulsiven Bewegung zurückbleiben. Beide Instrumente markieren Bereiche, in denen der Kurs reagieren könnte. Keines von beiden garantiert jedoch eine Reaktion.
Orderblock im Vergleich zu Angebots- und Nachfragezonen
Ein Orderblock ist eine engere Zone, die sich aus einer einzelnen Kerze ergibt. Eine Angebots- und Nachfragezone ist dagegen ein breiterer Bereich vor einer starken Bewegung, häufig eine Basis aus mehreren Kerzen. Viele Trader betrachten den Orderblock als den präzisen Bereich innerhalb einer größeren Angebots- und Nachfragezone.

Eine Angebots- und Nachfragezone markiert den Bereich, in dem Käufer oder Verkäufer die Gegenseite überwältigt haben. Sie umfasst in der Regel auch die seitwärts verlaufenden Kerzen vor der Bewegung. Ein Orderblock grenzt diesen Bereich auf die letzte gegenläufige Kerze ein.
Der engere Orderblock kann einen kleineren Stop-Loss-Abstand ermöglichen, was das Risiko-Ertrags-Verhältnis des jeweiligen Trades verbessert. Der Nachteil ist, dass der Kurs einen engen Orderblock häufiger verfehlt: Er dreht bereits in einem breiteren Teil der Angebots- und Nachfragezone, ohne den Orderblock überhaupt zu berühren. Orderblöcke und Angebots- und Nachfragezonen überschneiden sich häufig im Chart. Dennoch behandeln Trader sie als zwei eigenständige Instrumente mit unterschiedlichen Regeln.
Orderblock im Vergleich zur Fair Value Gap
Ein Orderblock ist die Kerze vor einer impulsiven Bewegung. Eine FVG ist dagegen eine Lücke innerhalb der impulsiven Bewegung, bei der sich die erste und die dritte von drei Kerzen nicht überschneiden. Beide Instrumente können innerhalb derselben Kursbewegung entstehen. Ein Orderblock und eine FVG treten häufig gemeinsam im selben Chart auf.
Der Orderblock zeigt, wo die impulsive Bewegung begonnen hat. Die FVG zeigt, wie schnell sie verlief, denn eine Lücke entsteht nur, wenn sich der Kurs zu schnell bewegt, als dass sich die Kerzen überschneiden könnten. Viele Trader verfolgen außerdem die übergeordnete Kursbewegung, da sowohl die Lücke als auch der Orderblock dieselbe impulsive Kursverschiebung widerspiegeln. Viele Trader halten einen Orderblock mit einer unmittelbar anschließenden FVG für einen aussagekräftigeren Bereich als jedes der beiden Instrumente für sich genommen. Die FVG ist ein eigenständiges Thema mit eigenen Regeln für den Handel dieser Lücke.
Orderblock im Vergleich zum Breaker-Block
Ein Breaker-Block ist ein Orderblock, der nicht gehalten hat. Der Kurs hat den Orderblock durchbrochen, statt daran zu reagieren. Trader beobachten dieselbe Zone anschließend von der anderen Seite: Ein früherer bullischer Orderblock, der als Unterstützung diente, kann nun als Widerstand wirken. Ein Mitigation-Block ist eine weitere Art eines gescheiterten Orderblocks, zu der es einen eigenen Leitfaden gibt.
All diese Instrumente werfen eine naheliegende Frage auf: Funktionieren Orderblöcke tatsächlich?
Funktionieren Orderblöcke wirklich?
Orderblöcke können Tradern helfen, Trades zu strukturieren. Es gibt jedoch keine Garantie dafür, dass sie halten, und der Kurs durchläuft sie häufig ohne Reaktion. Ein Orderblock bietet Tradern einen klaren Bereich für die Suche nach einem Einstieg und einen klaren Ort für die Platzierung eines Stop-Loss. Diese Struktur ist sein wesentlicher Vorteil. Orderblöcke sagen den Kursverlauf nicht voraus, und viele halten nicht stand.
- Das Markieren von Orderblöcken ist subjektiv, da zwei Trader im selben Chart unterschiedliche Kerzen auswählen und dadurch unterschiedliche Zonen erhalten können.
- Orderblöcke sind im Rückblick viel leichter zu erkennen, denn ein abgeschlossener Chart zeigt, welche Orderblöcke gehalten haben, während ein Live-Chart nur mögliche Kandidaten zeigt.
- Die Erklärung durch institutionelle Orders ist eine Theorie. Eine starke Bewegung kann auch durch Nachrichten oder durch viele gleichzeitig handelnde einzelne Trader entstehen, ohne dass große Orders dahinterstehen.
- Einige Trader vertreten die Auffassung, dass tatsächliche institutionelle Orders nur in Orderflow-Daten sichtbar werden, etwa im Orderbuch oder in der Markttiefe, niemals aber in einem normalen Kerzenchart.
- Orderblöcke funktionieren in unruhigen, trendlosen Märkten schlecht, in denen der Kurs ohne klaren Trend auf und ab schwankt und viele kleine Orderblöcke hinterlässt, die nicht halten.
Der Orderflow ist die laufende Erfassung der Kauf- und Verkaufsorders, die in einen Markt eingehen. Ein Orderblock ist dagegen lediglich eine ausschließlich aus Kerzen abgeleitete Vermutung darüber, wo diese Orders lagen.
Trader, die Orderblöcke nutzen, versuchen ihre Erfolgsaussichten zu verbessern, indem sie in Trendrichtung handeln, die Gültigkeitskriterien der Checkliste anwenden und vor dem Einstieg auf eine Bestätigung warten. Ein festgelegter Stop-Loss bei jedem Trade verhindert, dass ein einzelner gescheiterter Orderblock zu einem großen Verlust führt. Das Üben anhand historischer Charts und die Nachbesprechung jedes Trades zeigen, wie häufig Orderblöcke beim eigenen Trading-Stil funktionieren. In der Praxis sind Orderblöcke vor allem als Bestandteil eines vollständigen Trading-Plans mit klaren Risikoregeln hilfreich.
Einige kurze Fragen zu Orderblöcken werden besonders häufig gestellt.
Häufig gestellte Fragen
Wer hat das Orderblock-Konzept entwickelt?
Das Orderblock-Konzept wurde von Michael J. Huddleston, bekannt als Inner Circle Trader (ICT), benannt und vor allem durch seine kostenlosen Onlinevideos verbreitet. Die grundlegende Idee, im Chart nach Bereichen mit großen Orders zu suchen, ist älter als ICT. Er hat Orderblöcke daher populär gemacht, war aber nicht der Erste, der diese Idee nutzte.
Benötigen Sie einen Indikator, um Orderblöcke zu finden?
Nein. Orderblöcke werden allein anhand des Kursverlaufs eingezeichnet, daher reicht ein einfacher Kerzenchart aus. MT4, MT5 und TradingView verfügen über keinen integrierten Orderblock-Indikator. Wer einen solchen Indikator verwenden möchte, kann einen Community-Indikator hinzufügen. Bei TradingView finden Sie diese unter „Community“ und nicht unter den integrierten technischen Indikatoren. Jeder Community-Indikator definiert Orderblöcke etwas anders. Prüfen Sie daher zunächst seine Regeln.
An welchen Märkten lassen sich Orderblöcke einsetzen?
Orderblöcke lassen sich an jedem Markt mit einem Kurschart einsetzen, darunter am Devisenmarkt sowie bei Indizes, Gold und anderen Rohstoffen, Aktien und Kryptowährungen. An aktiven Märkten mit hohem Handelsaufkommen entstehen tendenziell klarere impulsive Bewegungen und deutlicher erkennbare Orderblöcke. Am Devisenmarkt trägt die hohe Liquidität dazu bei, dass große Orders mit geringeren Auswirkungen auf den Markt ausgeführt werden können als an weniger liquiden Märkten.
Ist ein Orderblock dasselbe wie ein Blocktrade?
Nein. Ein Orderblock ist eine Zone im Chart. Ein Blocktrade ist dagegen eine einzelne, sehr große Transaktion, die privat ausgehandelt und außerhalb des offenen Marktes abgewickelt wird, üblicherweise von institutionellen Marktteilnehmern. Blocktrades unterliegen Regulierungs- und Meldepflichten und sind ein normaler Bestandteil der Märkte.
Können Einsteiger Orderblöcke nutzen?
Ja, Einsteiger können Orderblöcke nutzen, da sich die Grundidee leicht erlernen lässt. Anders als private Trader können große Institutionen die Märkte jedoch mit deutlich größeren Handelsvolumina bewegen. Gute Orderblöcke in einem Live-Chart zu erkennen, erfordert Übung. Beginnen Sie daher auf höheren Zeitebenen, nutzen Sie die Checkliste zur Gültigkeitsprüfung und achten Sie auf Veränderungen der Marktstruktur sowie Kursrücksetzer im Bereich der Zone, statt jedes Setup zu handeln, bevor Sie echtes Geld riskieren. Eine Orderblock-Trading-Strategie funktioniert besser in Kombination mit Ansätzen zum institutionellen Orderflow und sollte nicht als eigenständige Anlageberatung betrachtet werden.
















