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MACD-Trading-Strategie: 5 Ansätze für den Handel mit dem MACD nach klaren Regeln

Eine MACD-Trading-Strategie ist ein Regelwerk, das Signale des Moving Average Convergence Divergence (MACD) nutzt, um festzulegen, wann eine Position eröffnet wird, welche Trades ausgelassen werden, wo der Stop-Loss platziert wird und wann eine Position geschlossen wird. Die fünf wichtigsten MACD-Trading-Strategien basieren auf der Kreuzung der Signallinie, der Kreuzung der Nulllinie, Divergenzen, dem Histogramm und dem exponentiellen gleitenden Durchschnitt über 200 Perioden (EMA 200) als Trendfilter.

Das Wichtigste im Überblick

  • Eine MACD-Trading-Strategie ist ein Regelwerk, das MACD-Signale nutzt, um Einstieg, Filter, Stop-Loss und Ausstieg festzulegen.
  • Die Strategie zur Kreuzung der Signallinie sieht Käufe vor, wenn die MACD-Linie die Signallinie von unten nach oben kreuzt, und Verkäufe, wenn die MACD-Linie sie von oben nach unten kreuzt.
  • Die Strategie zur Kreuzung der Nulllinie liefert weniger Fehlsignale als die Strategie zur Kreuzung der Signallinie, ermöglicht den Einstieg jedoch erst später im Trendverlauf.
  • Bullische und bärische Divergenzen warnen vor einer möglichen Trendwende. Trader warten deshalb vor dem Einstieg auf eine bestätigende Linienkreuzung.
  • Der Trendfilter mit dem 200-Perioden-EMA erlaubt Kaufpositionen nur, wenn der Kurs über dem 200-Perioden-EMA liegt, und Verkaufspositionen nur, wenn er darunter liegt.
  • MACD-Strategien scheitern am häufigsten in Seitwärtsmärkten. Deshalb benötigt jeder MACD-Trade einen Stop-Loss, und jede Strategie muss zunächst einem Backtest unterzogen werden.

Was ist eine MACD-Trading-Strategie und wie funktioniert sie?

Eine MACD-Trading-Strategie übersetzt MACD-Signale in feste Regeln. So wissen Trader im Voraus, was zu tun ist, wenn die MACD-Linie, die Signallinie oder die Nulllinie ein Signal liefert.

Der MACD ist ein trendfolgender Momentum-Indikator, den Gerald Appel Ende der 1970er-Jahre entwickelte. Die MACD-Linie ergibt sich aus dem exponentiellen gleitenden Durchschnitt (EMA) über 12 Perioden abzüglich des EMA über 26 Perioden. Die Signallinie ist ein EMA über 9 Perioden der MACD-Linie, und das Histogramm entspricht der MACD-Linie abzüglich der Signallinie. Der Leitfaden „Was ist der MACD?“ erklärt ausführlich, wie die einzelnen Bestandteile des MACD zu interpretieren sind.

Trader wenden dieselben MACD-Strategieregeln auf Währungspaare wie EUR/USD sowie auf Aktien, Indizes und Rohstoffe an. Jede MACD-Trading-Strategie besteht aus vier Teilen: einem Einstiegssignal, einem Filter, der schwächere Trades ausschließt, einem Stop-Loss und einem Ausstieg.

Die einfachste MACD-Strategie nutzt die Kreuzung der Signallinie.

MACD-Strategie zur Kreuzung der Signallinie

Bei der Strategie zur Kreuzung der Signallinie wird gekauft, wenn die MACD-Linie die Signallinie von unten nach oben kreuzt. Dies wird als bullische Kreuzung bezeichnet. Verkauft oder eine Short-Position eröffnet wird, wenn die MACD-Linie die Signallinie von oben nach unten kreuzt, was als bärische Kreuzung bezeichnet wird.

MACD signal line crossover strategy on a EUR/USD daily chart, buying on a bullish crossover below zero and exiting on a bearish crossover

  • Eröffnen Sie eine Kaufposition bei einer bullischen Kreuzung oder eine Verkaufsposition bei einer bärischen Kreuzung.
  • Filtern Sie die Signale, indem Sie eine bullische Kreuzung unterhalb der Nulllinie oder eine bärische Kreuzung oberhalb der Nulllinie nutzen, da viele Trader diese Kreuzungen als stärker einstufen.
  • Setzen Sie den Stop-Loss bei einer Kaufposition knapp unter das jüngste Swing-Tief, also den tiefsten Punkt vor der Aufwärtsbewegung des Kurses, oder bei einer Verkaufsposition knapp über das jüngste Swing-Hoch.
  • Schließen Sie den Trade bei einer entgegengesetzten Kreuzung oder wenn der Kurs den Stop-Loss erreicht.
  • Die größte Schwäche der Strategie zur Kreuzung der Signallinie besteht darin, dass sie die meisten Signale liefert und deshalb in Seitwärtsmärkten viele Fehlsignale erzeugt.

Eine langsamere Variante desselben Ansatzes nutzt die Nulllinie.

MACD-Strategie zur Kreuzung der Nulllinie

Bei der Strategie zur Kreuzung der Nulllinie wird gekauft, wenn die MACD-Linie die Nulllinie von unten nach oben kreuzt. Verkauft oder eine Short-Position eröffnet wird, wenn die MACD-Linie die Nulllinie von oben nach unten kreuzt. Eine MACD-Linie über null bedeutet, dass der 12-Perioden-EMA über den 26-Perioden-EMA gestiegen ist.

MACD zero line crossover strategy on EUR/USD, with buy and sell signals where the MACD line crosses above and below the zero line

  • Setzen Sie den Stop-Loss bei einer Kaufposition unter das jüngste Swing-Tief oder bei einer Verkaufsposition über das jüngste Swing-Hoch.
  • Halten Sie die Position, bis die MACD-Linie die Nulllinie wieder in die entgegengesetzte Richtung kreuzt oder der Kurs den Stop-Loss erreicht.
  • Die größte Schwäche der Strategie zur Kreuzung der Nulllinie sind späte Einstiege, da die MACD-Linie die Nulllinie erst erreicht, nachdem ein Teil der Trendbewegung bereits stattgefunden hat.

Die Kreuzung der Nulllinie erfolgt später als die Kreuzung der Signallinie. Deshalb liefert sie weniger Signale und weniger falsche Umkehrsignale und funktioniert am besten in einem starken Trend. Die Divergenzstrategie sucht dagegen nach Warnzeichen, bevor sich ein Trend umkehrt.

MACD-Divergenzstrategie

Die Divergenzstrategie beobachtet gegenläufige Bewegungen von Kurs und MACD als Warnzeichen für eine mögliche Trendwende. Die Divergenz selbst ist dabei niemals das Einstiegssignal.

  • Eine bullische Divergenz entsteht, wenn der Kurs ein tieferes Tief bildet, während der MACD ein höheres Tief ausbildet.
  • Eine bärische Divergenz entsteht, wenn der Kurs ein höheres Hoch bildet, während der MACD ein tieferes Hoch ausbildet.

Bullish divergence on a EUR/USD 1 hour chart, price making a lower low as MACD makes a higher low, with entry after a bullish crossover and a stop loss

  • Warten Sie auf eine Bestätigung durch eine Kreuzung der Signallinie in die neue Richtung oder durch eine Umkehrkerze, bevor Sie einen Trade auf Basis einer Divergenz eröffnen.
  • Setzen Sie den Stop-Loss knapp unter das Swing-Tief, das die bullische Divergenz gebildet hat, oder knapp über das Swing-Hoch, das die bärische Divergenz gebildet hat.
  • Nutzen Sie nach Möglichkeit höhere Zeiteinheiten, da Divergenzen im 4-Stunden- oder Tageschart in der Regel zuverlässiger sind als im 5- oder 15-Minuten-Chart.

In einem starken Trend können Divergenzen mehrmals auftreten, bevor der Kurs dreht. Eine versteckte Divergenz deutet hingegen auf eine mögliche Trendfortsetzung hin. In einem Aufwärtstrend entsteht eine versteckte Divergenz, wenn der Kurs ein höheres Tief bildet, während der MACD ein tieferes Tief ausbildet. Das spiegelbildliche Muster in einem Abwärtstrend deutet darauf hin, dass sich der Abwärtstrend fortsetzen könnte.

Divergenzen zeigen sich häufig zuerst im Histogramm.

MACD-Histogrammstrategie

Die MACD-Histogrammstrategie nutzt die Größe der Histogrammbalken, um das Momentum zu beurteilen, bevor sich MACD-Linie und Signallinie kreuzen. Wachsende Balken zeigen an, dass das Momentum zunimmt, und längere Balken bedeuten ein stärkeres Signal. Schrumpfende Histogrammbalken warnen davor, dass das Momentum nachlässt und eine Kreuzung bevorstehen könnte. Häufig bilden die Balken dabei zunächst einen Buckel, der einen Höhepunkt erreicht und anschließend abfällt.

MACD histogram strategy chart showing bars below zero shrinking during a pullback in an uptrend, then flipping above zero as a buy signal

  • Beobachten Sie die Balken unterhalb der Nulllinie während eines Rücksetzers in einem Aufwärtstrend und kaufen Sie, wenn das Histogramm über die Nulllinie wechselt, denn dieser Wechsel entspricht der bullischen Kreuzung.
  • Schließen Sie die Position oder ziehen Sie den Stop-Loss enger nach, wenn die Histogrammbalken oberhalb der Nulllinie während einer Kaufposition zu schrumpfen beginnen.
  • Die größte Schwäche der Histogrammstrategie besteht darin, dass schrumpfende Balken nicht immer zu einer Kreuzung führen.

Alle vier MACD-Strategien funktionieren besser, wenn Sie ausschließlich in Richtung des übergeordneten Trends handeln.

MACD-Strategie mit dem 200-Perioden-EMA als Trendfilter

Diese Trendfilterstrategie nutzt den exponentiellen gleitenden Durchschnitt über 200 Perioden (200-Perioden-EMA), um die zulässige Handelsrichtung festzulegen, und den MACD, um den Einstiegszeitpunkt zu bestimmen.

  1. Prüfen Sie zuerst den Trend und suchen Sie nur nach Kaufgelegenheiten, wenn der Kurs über dem 200-Perioden-EMA schließt, oder nach Verkaufsgelegenheiten, wenn er darunter schließt.
  2. Warten Sie für den Einstieg in einem Aufwärtstrend, bis die MACD-Linie unter die Nulllinie fällt und anschließend eine bullische Kreuzung bildet. Steigen Sie ein, solange der Kurs über dem 200-Perioden-EMA bleibt. Für Verkaufspositionen gilt die spiegelbildliche Regel.
  3. Setzen Sie den Stop-Loss bei einer Kaufposition unter das jüngste Swing-Tief oder bei einer Verkaufsposition über das jüngste Swing-Hoch. Einige Trader verwenden stattdessen ein Vielfaches der Average True Range (ATR), die die typische Kerzengröße misst.
  4. Legen Sie den Ausstieg anhand eines festen Risiko-Ertrags-Verhältnisses fest, häufig 1:1,5 oder 1:2, oder steigen Sie bei einer entgegengesetzten Kreuzung aus.

MACD and 200 EMA trend filter strategy chart with price above the 200 EMA and a buy on a bullish crossover below the zero line

Trader setzen den Trendfilter mit dem 200-Perioden-EMA häufig in 30-Minuten-, 1-Stunden- oder Tagescharts ein. Diese Regeln entsprechen gängiger Praxis, garantieren jedoch keinen gewinnbringenden Trade.

Der Trendfilter mit dem 200-Perioden-EMA versagt, wenn der Kurs den EMA ständig in beide Richtungen kreuzt. Verzichten Sie deshalb auf Trades, bis sich der Kurs auf einer Seite hält. Ein Vergleich der fünf MACD-Strategien zeigt, welche Strategie zu welchem Markt passt.

Die fünf MACD-Strategien im Vergleich

Bei jeder MACD-Strategie müssen Reaktionsgeschwindigkeit und Fehlsignale gegeneinander abgewogen werden. Welche MACD-Strategie geeignet ist, hängt daher von der Trendstärke und der gehandelten Zeiteinheit ab.

StrategieEinstiegssignalAusstiegGeschwindigkeitAm besten geeignet fürGrößte Schwäche
Kreuzung der SignallinieDie MACD-Linie kreuzt die Signallinie nach oben (Kauf) oder nach unten (Verkauf)Entgegengesetzte Kreuzung oder Stop-LossSchnellstes LiniensignalTrendmärkteViele Fehlsignale in Seitwärtsmärkten
Kreuzung der NulllinieDie MACD-Linie kreuzt die Nulllinie nach oben (Kauf) oder nach unten (Verkauf)Die MACD-Linie kreuzt die Nulllinie wieder in die entgegengesetzte Richtung, oder Stop-LossLangsamer, weniger SignaleStarke TrendsSpäte Einstiege
DivergenzBullische oder bärische Divergenz, gefolgt von einer bestätigenden KreuzungEntgegengesetzte Kreuzung oder Stop-Loss jenseits des Swing-PunktsFrühzeitige WarnungDas Ende eines überdehnten TrendsDivergenzen können mehrmals auftreten, bevor der Kurs dreht
HistogrammDie Histogrammbalken schrumpfen entgegen der Trendrichtung und wechseln anschließend wieder auf die andere Seite der NulllinieDie Histogrammbalken schrumpfen entgegen der Handelsrichtung, oder Stop-LossFrüheste Warnung vor einer KreuzungRücksetzer innerhalb eines TrendsSchrumpfende Balken führen nicht immer zu einer Kreuzung
Trendfilter mit dem 200-Perioden-EMAKurs über dem 200-Perioden-EMA und bullische Kreuzung unterhalb der Nulllinie (spiegelbildlich für Verkäufe)Kursziel anhand eines festen Risiko-Ertrags-Verhältnisses oder Stop-Loss jenseits des Swing-PunktsWeniger SignaleKlare Trends in 30-Minuten-, 1-Stunden- oder TageschartsVersagt, wenn der Kurs den 200-Perioden-EMA ständig kreuzt

Viele Trader kombinieren eine Einstiegsstrategie, etwa die Kreuzung der Signallinie, mit dem Trendfilter des 200-Perioden-EMA, da dieser Trades entgegen dem übergeordneten Trend ausschließt. MACD-Signale werden außerdem stärker, wenn ein weiterer Indikator sie bestätigt.

So kombinieren Sie den MACD mit anderen Indikatoren

Die Kombination des MACD mit einem Indikator, der einen anderen Aspekt misst, etwa überkaufte und überverkaufte Bereiche, das Volumen oder Kursniveaus, hilft dabei, Fehlsignale herauszufiltern. Die meisten Trader prüfen zudem Kerzenmuster sowie Unterstützungen und Widerstände, bevor sie auf ein MACD-Signal reagieren.

Strategie mit MACD und RSI

Bei der Strategie mit MACD und RSI zeigt der MACD die Trendrichtung und das Momentum an, während der Relative-Stärke-Index (RSI) signalisiert, wann sich der Kurs zu weit in eine Richtung bewegt hat. Der von J. Welles Wilder entwickelte RSI bewegt sich zwischen 0 und 100. Werte über 70 gelten traditionell als überkauft und Werte unter 30 als überverkauft. Damit bietet er Tradern feste Schwellenwerte, die der MACD nicht hat.

MACD and RSI strategy on a EUR/USD 4 hour chart, with a bullish MACD crossover and RSI rising back above 30 before a buy entry

TradeRSI-BedingungMACD-BedingungStop-Loss
KaufDer RSI steigt aus dem überverkauften Bereich (unter 30) heraus oder wieder über 50Die MACD-Linie kreuzt die Signallinie von unten nach obenUnter dem jüngsten Swing-Tief
VerkaufDer RSI fällt aus dem überkauften Bereich (über 70) heraus oder unter 50Die MACD-Linie kreuzt die Signallinie von oben nach untenÜber dem jüngsten Swing-Hoch

Wer auf übereinstimmende Signale von RSI und MACD wartet, filtert mehr Fehlsignale heraus. Der Einstieg mit MACD und RSI erfolgt jedoch häufig später als ein Einstieg allein auf Basis des MACD.

Strategie mit MACD und Money Flow Index

Der Money Flow Index (MFI) ergänzt eine MACD-Strategie um das Volumen, denn der MFI ist ein Oszillator zwischen 0 und 100, der sowohl auf Kursen als auch auf dem Volumen basiert. MFI-Werte unter 20 gelten als überverkauft und Werte über 80 als überkauft. Zeigt der MFI einen überverkauften Zustand an, warten Sie vor dem Kauf auf eine bullische MACD-Kreuzung. Zeigt er einen überkauften Zustand an, warten Sie vor dem Verkauf auf eine bärische Kreuzung. Der MFI benötigt Volumenspitzen, um diese Werte zu erreichen, weshalb die Strategie mit MACD und MFI weniger Signale liefert. Beim Spot-Forex-Handel handelt es sich beim Volumen um das Tick-Volumen Ihres Brokers, da es für den Devisenhandel keine zentrale Börse gibt.

Strategie mit MACD und Relative Vigor Index

Der Relative Vigor Index (RVI) ist ein Momentum-Oszillator, der den Schlusskurs mit der Handelsspanne vergleicht und das Ergebnis mit einem einfachen gleitenden Durchschnitt (SMA) glättet. Der RVI steigt, wenn ein Aufwärtstrend an Stärke gewinnt. Warten Sie bei der Strategie mit MACD und RVI, bis die MACD-Linie die Signallinie kreuzt und der RVI seine eigene Signallinie in dieselbe Richtung kreuzt. Handeln Sie anschließend in diese Richtung.

Strategie mit MACD und Fibonacci-Retracements

Um den MACD mit Fibonacci-Retracements zu nutzen, zeichnen Sie mit dem Fibonacci-Retracement-Werkzeug die Niveaus ein, ausgehend von einem klaren Trend. Nutzen Sie anschließend eine MACD-Kreuzung am 38,2-%-, 50-%- oder 61,8-%-Niveau, um einen Einstieg in Trendrichtung zu bestätigen. Diese Niveaus dienen häufig als Unterstützung, an der Kursrückgänge tendenziell zum Stillstand kommen, oder als Widerstand, an dem Kursanstiege tendenziell enden.

  • In einem Aufwärtstrend kaufen Sie bei einer bullischen Kreuzung, nachdem der Kurs auf ein wichtiges Niveau zurückgefallen ist. Setzen Sie den Stop-Loss unter dieses Niveau oder unter das Swing-Tief.
  • In einem Abwärtstrend verkaufen Sie bei einer bärischen Kreuzung, nachdem der Kurs wieder auf ein wichtiges Niveau gestiegen ist. Setzen Sie den Stop-Loss über dieses Niveau oder über das Swing-Hoch.

Strategie mit MACD und Trendlinie

Um den MACD mit einer Trendlinie zu nutzen, zeichnen Sie zunächst die Trendlinie in den Kurschart ein. Nutzen Sie anschließend nur MACD-Kreuzungen, die in dieselbe Richtung wie die Trendlinie weisen.

  • In einem Aufwärtstrend nutzen Sie bullische Kreuzungen, solange sich der Kurs über der steigenden Trendlinie hält.
  • In einem Abwärtstrend nutzen Sie bärische Kreuzungen, solange sich der Kurs unter der fallenden Trendlinie hält.

Ein Trendlinienbruch, der mit einer MACD-Divergenz einhergeht, kann ein frühes Zeichen für eine Trendwende sein. Eine gebrochene Trendlinie bedeutet jedoch nicht immer eine Trendwende. Warten Sie deshalb auf eine Kreuzung in die neue Richtung. Ein vollständiges Handelsbeispiel zeigt, wie die Regeln ineinandergreifen.

Durchgerechnetes Beispiel einer MACD-Trading-Strategie

Eine Kaufposition in EUR/USD mit dem 200-Perioden-EMA als Trendfilter im 1-Stunden-Chart veranschaulicht die vier Bestandteile einer MACD-Strategie. Die Kurse sind frei erfunden und dienen der Erläuterung der Regeln. Es handelt sich weder um tatsächliche historische Daten noch um eine Prognose.

  1. Prüfen Sie zuerst den Trend. EUR/USD notiert bei 1,0850 und damit über dem 200-Perioden-EMA bei 1,0780. Daher sind nur Kaufpositionen zulässig.
  2. Warten Sie, bis der MACD unter die Nulllinie fällt, während EUR/USD einen Rücksetzer verzeichnet, aber über dem 200-Perioden-EMA bleibt.
  3. Steigen Sie bei der bullischen Kreuzung ein, die unterhalb der Nulllinie entsteht, und kaufen Sie bei 1,0855.
  4. Setzen Sie den Stop-Loss bei 1,0825, knapp unter das jüngste Swing-Tief. Damit riskieren Sie 30 Pips. Ein Pip bei EUR/USD entspricht 0,0001.
  5. Setzen Sie den Take-Profit bei 1,0915, um ein Risiko-Ertrags-Verhältnis von 1:2 zu erzielen. Sie streben damit einen Gewinn von 60 Pips bei einem Risiko von 30 Pips an.
  6. Lassen Sie den Trade durch den Stop-Loss oder den Take-Profit schließen: mit einem Gewinn von 60 Pips bei 1,0915 oder einem Verlust von 30 Pips bei 1,0825.

MACD trading strategy worked example on a EUR/USD 1 hour chart, buying at 1.0855 above the 200 EMA with a stop loss at 1.0825 and take profit at 1.0915

Bei einem Risiko-Ertrags-Verhältnis von 1:2 erreicht ein Trader, der einen von drei Trades gewinnt, vor Handelskosten immer noch die Gewinnschwelle. Der EUR/USD-Trade hätte die Regeln nicht erfüllt, wenn der Kurs vor der Kreuzung unter dem 200-Perioden-EMA geschlossen hätte oder die MACD-Linie zuvor nicht unter die Nulllinie gefallen wäre.

Um diese Regeln an einem Live-Chart auszuprobieren, fügen Sie zunächst den MACD zu Ihrer Handelsplattform hinzu.

So fügen Sie den MACD in MT4 und MT5 hinzu

Der MACD ist in MetaTrader 4 (MT4) und MetaTrader 5 (MT5) bereits integriert und lässt sich in drei Schritten zu einem Chart hinzufügen.

  1. Öffnen Sie den Chart für den Markt, den Sie handeln möchten, zum Beispiel EUR/USD.
  2. Öffnen Sie das Menü „Einfügen“ und wählen Sie „Indikatoren“, dann „Oszillatoren“ und anschließend „MACD“.
  3. Behalten Sie die Standardeinstellungen bei: 12 für den schnellen EMA, 26 für den langsamen EMA und 9 für den MACD-SMA. Klicken Sie anschließend auf „OK“.

MACD on MT4 and MT5 shown on a EUR/USD chart, with the MACD line as grey bars and a dotted signal line, marking a signal line crossover before a zero line crossover

MT4 und MT5 stellen den MACD anders dar als die meisten Chartplattformen. In MetaTrader wird die MACD-Linie als Balken dargestellt. Die Signallinie ist eine gepunktete Linie, die als einfacher gleitender Durchschnitt (SMA) über 9 Perioden der MACD-Linie berechnet wird, während die meisten Plattformen einen EMA verwenden.

In MT4 und MT5 liegt eine Kreuzung der Signallinie vor, wenn die Enden der MACD-Balken die gepunktete Signallinie kreuzen. Eine Kreuzung der Nulllinie liegt vor, wenn die MACD-Balken von einer Seite der Nulllinie auf die andere wechseln. MetaTrader zeigt das Histogramm standardmäßig nicht an. Für die Histogrammstrategie ist daher ein benutzerdefinierter MACD-Indikator erforderlich.

Sobald der MACD im Chart angezeigt wird, stellt sich die Frage nach den passenden Einstellungen.

Die besten MACD-Einstellungen für Daytrading und Swing-Trading

Es gibt keine allgemein beste MACD-Einstellung, denn schnellere Einstellungen reagieren früher, liefern aber mehr Fehlsignale.

Für das Daytrading sind 8, 17 und 9 eine gängige Wahl in 5- und 15-Minuten-Charts. Die Einstellung 5, 35 und 5 wird in sehr schnellen 1-Minuten-Charts für das Scalping verwendet, also für viele kleine Trades innerhalb weniger Minuten. Die Einstellung 3, 10 und 16 stammt vom 3/10-Oszillator der Traderin Linda Raschke', der für alle drei Linien einfache gleitende Durchschnitte (SMAs) verwendet. Wer 3, 10 und 16 in einen Standard-MACD eingibt, der EMAs verwendet, erhält daher nur eine Annäherung an die Raschke-Variante.

Beim Swing-Trading, bei dem Positionen über Tage oder Wochen gehalten werden, ist die Standardeinstellung 12, 26 und 9 in 1-Stunden-, 4-Stunden- oder Tagescharts üblich. Auch einige Daytrader behalten die Standardeinstellung bei.

EinstellungTypischer ChartEinsatzgebietAbwägung
12, 26, 9 (Standard)1-Stunden-, 4-Stunden- oder Tageschart; bei einigen Daytradern auch 15-Minuten-ChartSwing-Trading und allgemeine TrendfolgeLangsamer, mit weniger Fehlsignalen
8, 17, 95- und 15-Minuten-ChartDaytradingSchneller als die Standardeinstellung, filtert aber weiterhin einen Teil des Marktrauschens heraus
5, 35, 51-Minuten-ChartSehr schnelles Daytrading (Scalping)Reagiert am schnellsten, liefert aber mehr Fehlsignale
3, 10, 16Kurze ZeiteinheitenKurzfristiges Momentum (3/10-Oszillator von Linda Raschke')Sehr empfindlich; das Original verwendet SMAs, weshalb ein Standard-MACD nur eine Annäherung liefert

Testen Sie jede neue MACD-Einstellung auf einem Demokonto, bevor Sie sie mit echtem Geld einsetzen. Der Leitfaden „Was ist der MACD?“ erläutert, was die Zahlen 12, 26 und 9 bedeuten. Selbst mit den richtigen Einstellungen scheitern MACD-Strategien in manchen Märkten.

Warum MACD-Strategien scheitern und wie Sie Risiken steuern

MACD-Strategien scheitern am häufigsten in Seitwärtsmärkten, weil die MACD-Linie die Signallinie und die Nulllinie immer wieder kreuzt, obwohl kein Trend vorhanden ist, dem sie folgen könnte.

MACD false signals in a sideways market, with four EUR/USD crossovers reversing inside a range between 1.0930 and 1.1010

Der MACD läuft dem Kurs außerdem hinterher, da er auf gleitenden Durchschnitten vergangener Kurse basiert. Jedes MACD-Signal tritt deshalb erst auf, nachdem der Trend begonnen hat. In einem starken Trend können Divergenzen mehrmals auftreten, bevor der Kurs dreht.

Für den MACD gibt es keine allgemeingültige Erfolgsquote. Die in Videos genannten Trefferquoten stammen aus eng begrenzten Tests für einen einzelnen Markt und einen bestimmten Zeitraum. Jeder MACD-Trade benötigt drei Risikoregeln.

  • Verwenden Sie einen Stop-Loss bei jedem Trade. Beachten Sie dabei, dass ein gewöhnlicher Stop-Loss bei Kurslücken oder schnellen Marktbewegungen zu einem schlechteren Kurs ausgeführt werden kann.
  • Bemessen Sie jede Position so, dass bei einem einzelnen Verlusttrade nur ein kleiner Teil des Kontoguthabens riskiert wird.
  • Wählen Sie eine zur Strategie passende Zeiteinheit und verzichten Sie in Seitwärtsmärkten auf MACD-Signale.

Keine MACD-Strategie ist risikofrei. Der Leitfaden „Was ist der MACD?“ erläutert die weiteren Grenzen des MACD. Am sichersten finden Sie heraus, ob eine MACD-Strategie zu Ihnen passt, indem Sie sie zunächst testen.

So führen Sie vor dem Handel mit echtem Geld einen Backtest Ihrer MACD-Strategie durch

Testen Sie eine MACD-Strategie zunächst anhand historischer Daten und anschließend auf einem Demokonto mit Live-Kursen, bevor Sie die Strategie mit echtem Geld handeln.

  • Halten Sie die Regeln schriftlich fest: für Einstieg, Filter, Stop-Loss und Ausstieg.
  • Führen Sie einen Backtest der Regeln anhand historischer Charts durch, die sowohl Trend- als auch Seitwärtsphasen enthalten. Erfassen Sie dabei die Trefferquote, den durchschnittlichen Gewinn und Verlust sowie den Drawdown, also den größten Rückgang des Kontoguthabens gegenüber einem zuvor erreichten Höchststand.
  • Führen Sie einen Forward-Test auf einem Demokonto durch, mit Live-Kursen und virtuellem Geld.

Backtesting-Ergebnisse beruhen auf historischen Daten und zeigen niemals, was als Nächstes geschehen wird. Der Backtesting-Leitfaden erläutert die einzelnen Schritte ausführlicher.

Häufig gestellte Fragen

Was ist die beste MACD-Trading-Strategie?

Es gibt keine allgemein beste MACD-Trading-Strategie, denn die passende Strategie hängt vom Trend und Ihrer Zeiteinheit ab. Viele Trader beginnen mit der Kreuzung der Signallinie in Kombination mit dem Trendfilter des 200-Perioden-EMA, da dieser sicherstellt, dass jeder Trade in Richtung des übergeordneten Trends erfolgt. Unterziehen Sie jede MACD-Strategie einem Backtest, bevor Sie sie mit echtem Geld einsetzen.

Wie hoch ist die Erfolgsquote einer MACD-Strategie?

Eine MACD-Strategie hat keine feste Erfolgsquote. Die Ergebnisse hängen vom Markt, der Zeiteinheit, den Einstellungen, den Filtern und den Risikoregeln ab und verschlechtern sich in Seitwärtsmärkten. Die in Videos genannten Trefferquoten stammen aus eng begrenzten Tests. Prüfen Sie daher jede MACD-Strategie mit eigenen Backtests, bevor Sie sich auf eine Zahl verlassen.

Welcher Indikator lässt sich am besten mit dem MACD kombinieren?

Es gibt keinen einzelnen Indikator, der sich für jeden Trader am besten mit dem MACD kombinieren lässt. Am häufigsten wird der RSI verwendet, da er überkaufte und überverkaufte Bereiche anzeigt, die der MACD nicht hat. Ein 200-Perioden-EMA legt die Trendrichtung fest, während Unterstützungen und Widerstände oder Kerzenmuster helfen, einen MACD-Einstieg zu bestätigen.

Was ist ein MACD-Kaufsignal?

Ein MACD-Kaufsignal ist eines von drei bullischen Signalen des MACD-Indikators.

  • Die MACD-Linie kreuzt die Signallinie von unten nach oben.
  • Die MACD-Linie kreuzt die Nulllinie von unten nach oben.
  • Zwischen Kurs und MACD entsteht eine bullische Divergenz.

MACD-Kaufsignale sind in einem Aufwärtstrend zuverlässiger, beispielsweise wenn der Kurs über dem 200-Perioden-EMA liegt.

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